Rathaus

Unter den Rathäusern in der Südpfalz ist das Ilbesheimer sicherlich das eindrucksvollste.

1558 erbaut, feierte das Rathaus im September 2008 seinen 450. Geburtstag. 1792 veranstalteten Ilbesheimer „Jakobiner“ ihre eigene Revolution nach französischem Vorbild, stellten vor dem Rathaus einen Freiheitsbaum auf und beantragten die Aufnahme des Dorfes in die französische Republik. 1704, während der Belagerung von Landau, war das Rathaus Treffpunkt der damaligen Größen Europas. König Josef, 1705 Kaiser von Deutschland, Prinz Eugen, der „Edle Ritter“, und der Herzog von Marlborough trafen sich hier als Verbündete gegen die Franzosen.

Im Jahre 1558 wurde zunächst das Erdgeschoss aus rotem Sandstein errichtet. Die Jahreszahl ist am östlichen Torbogen zu sehen. Charakteristisch für das Rathaus ist die nach drei Seiten offene Halle. Ein dicker Balken, der auf zwei Sandsteinpfeilern ruht, trägt die Hallendecke. Ein Jahr später wurde die dreigeschossige Fachwerkkonstruktion darüber realisiert. Der Zugang zu den Obergeschossen führte über eine äußere Wendeltreppe an der Nordwand. Die Ausbuchtung ist heute noch zusehen. Das Erdgeschoss diente als Versammlungs- und Wachraum und als Gefängnis. Außerdem wurden hier die Feuerwehrgeräte aufbewahrt.

Im Obergeschoss finden auch heute noch die Gemeinderatssitzungen statt.

Die älteste Abbildung des Ilbesheimer Rathauses stammt aus der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts.