Weinlehrpfad

Zwei Zeilen des „Kalmitwingert“ in moderner Halbbogenerziehung sind mit einer Auswahl der in der Pfalz zugelassenen Rebsorten bestockt. Jeweils drei Rebstöcke zwischen den Wingertspfählen entsprechen einer Sorte. Hier können Sie die verschiedenen Traubensorten probieren, während die Weißburgundertrauben für den Kalmitwingertwein vorgesehen sind.

Kleine Weinkunde im Ilbesheimer Rebgarten

38 weiße und 16 rote Rebsorten sind in der Pfalz zugelassen. Spezialitäten wie St. Laurent, Chardonnay, Merlot oder Regent sind darunter. Sie alle sorgen mit ihrem Aromaspiel für eine Vielfalt von Geschmacks- Erlebnissen. So bietet die Pfalz für jeden etwas – und zeigt sich dennoch bestens sortiert.

Auxerrois
Über die Herkunft liegen keine Angaben vor. Als Urheimat vermutet man das Burgund. Verbreitung nach Deutschland von Lothringen aus. Der in Deutschland angebaute Auxerrois ist jedoch bewiesenermaßen eine selbstständige Sorte.
Weincharakter:
etwas körperreicher und bukettreicher als der Weiße Burgunder, jedoch nicht so bukettbetont wie der Grauer Burgunder, geringere Säure.

Chardonnay
Ursprüngliche Heimat ist Vorderasien. Von dort Verbreitung nach Frankreich, vor allem im Burgund. Seit 1991 auch Anbau in Deutschland zugelassen.
Weincharakter:
Zählt zu den Spitzenweinen der Welt. Meist sind die Weine von neutraler frisch-fruchtiger, teils rassiger Art und von stoffigem und nachhaltigen Sortencharakter. Hochwertige Weine eignen sich hervorragend für den Ausbau im Barrique. Frische und fruchtige Weine bevorzugt man zum konventionellen Ausbau sowie zur Sektbereitung.

Kerner
Neuzüchtung der Staatlichen Lehr - und Versuchsanstalt für Weinbau, Weinsberg.
Züchter: A. Herold Kreuzung: Blauer Trollinger x Riesling
Weincharakter:
Frische Weine, mit feinem fruchtigem Bukett, rassiger, an Riesling erinnernde Säure.

Morio-Muskat
Der einzige waschechte Pfälzer. Sie wurde von Peter Morio an der Lehr - und Forschungsanstalt in Neustadt gekreuzt und auf dem Geilweilerhof in Siebeldingen vermehrt. Kreuzung: Silvaner x Weißer Burgunder
Weincharakter:
Kräftige, würzige Weine, mit an Muskat erinnerndem Bukett. Oftmals als liebliche Weine ausgebaut und hier aufgrund des fruchtigen Bukett sehr beliebt.

Müller-Thurgau oder Rivaner
Züchter Prof. Dr. H. Müller, einem Schweizer aus Thurgau. Laut Aufzeichnung ist der Müller-Thurgau eine Kreuzung aus Riesling und Silvaner. Die tatsächlichen Kreuzungspartner sind bis heute noch umstritten.
Weincharakter:
Weicher Wein mit schönen, dezenten Muskatton, vorwiegend als Schoppenwein verwendet.
Die trocken – modere Variante erlebt gerade unter dem Namen Rivaner eine Renaissance.
Der respektive Rivaner kann mit zarten Muskat- und Walnusstönen betören und passt mit seiner milden Säure zu leichten Speisen. Als frühreifes Früchtchen muss er von seinen Verehrern jung getrunken werden.

Riesling
Eine der ältesten kultivierten Reben, die bereits von den Römern hier am Rhein gepflanzt wurden. Mit letzter Genauigkeit kann die Herkunft des Rieslings nicht bewiesen werden.
Weincharakter:
Kennzeichen sind die feine Rasse und Eleganz, oft ein an Pfirsich erinnerndes Bukett. Rieslingweine sind immer sehr säurereich, obgleich durch den Ausbau oft eine Säureregulierung vorgenommen wird.

Silvaner
Die Herkunft ist ungeklärt. Sicher ist jedoch Verbreitung nach Deutschland über Österreich 1665.
Weincharakter:
Geschmacklich eher leichte Weine ohne hervorstechendes Bukett. Ihre milde Säure macht sie zu bekömmlichen Schoppenweinen.

Gewürztraminer
Traminer zählt zu den ältesten Kultursorten unserer Heimat! Die Herkunft ist nicht geklärt. Als sicher gilt, dass die Römer den Traminer mit an den Oberrhein und in die Pfalz gebracht haben.
Weincharakter:
Ausgezeichnet durch würzige, an Rosenduft erinnernde Art. Mit seinem Bukettreichtum dient er als edelsüßer Aperitif oder Dessertwein. Trocken ausgebaut macht er auch manchen Braten zum Geschmackserlebnis.

Schwarzriesling
Mutation des Blauen Spätburgunders. Heimat ist Burgund, dort vor 400 Jahren nachgewiesen.
Weincharakter:
Hellfarbiger Rotwein, dem Spätburgunder sehr ähnlich, allerdings etwas fruchtiger.

Blauer Portugieser
Wahrscheinlich von Portugal oder Spanien nach Österreich gekommen. Von dort nach Württemberg, Baden und die Rheingegend ( 18. Jahrh.)
Weincharakter:
Milder Rotwein mit meist hellroter Farbe, durch seine Säure von frischer Art, oftmals mit Erdbeeraromen. In der Pfalz und in Rheinhessen häufig auch als Weißherbst ausgebaut, von zartfruchtiger Art und mit frischer Säure.

Regent
Bundesanstalt für Rebenzüchtung Geilweilerhof, Siebeldingen/Pfalz
Weincharakter:
Samtige, gut gefärbte Rotweine von hoher Qualität, oftmals gerbstoffbetont, gewinnen durch Holzfassausbau.

Dornfelder
Neuzüchtung der Staatlichen Lehr –und Versuchsanstalt für Weinbau, Weinheim
Weincharakter:
Die Rebsorte Dornfelder gehört zu den wertvollsten Rotwein-Neuzüchtungen. Er bringt dunkelrote, fruchtig, körperreine Weine, mit duftigem Geruch. Er präsentiert sich, trocken ausgebaut, als samtiger, gehaltvoller und markanter Rotwein, der bestens zu Braten und Käse passt.

Dunkelfelder
Neuzüchtung des Landesökonomierates Froelich aus Edenkoben.
Weincharakter:
Sehr farbtief, dunkelrot, eher neutral im Geruch, stoffig, körperreich und gerbstoffbetont im Geschmack. Er wird oft als Deckrotwein verwendet, ist aber auch als selbstständig ausgebauter Rotwein interessant.

St. Laurent
Bisher wurde der St. Laurent als Mutation des Blauen Spätburgunders angesehen. Nach neusten Untersuchungen wird er als eigenständige Sorte bewertet. Nach Deutschland kam die Sorte im 19. Jahrhundert vom Elsass aus.
Weincharakter:
Kräftig, fruchtig, in guten Jahren tiefrot in der Farbe. Wein mit feiner Burgundernote.

Weißer Burgunder
Mutation aus dem Grauen Burgunder, welcher wiederum aus dem Blauen Spätburgunder mutiert ist. Bekannt seit dem 14.Jahrh., im 17.Jahrh. erstmals Anpflanzung im Burgund, von dort aus Verbreitung nach Deutschland.
Weincharakter:
Ausgeprägte Weine mit pikanter, mitunter an Äpfel erinnernder Säure. Liefert vor allem im höheren Qualitätsbereich wertvolle Weine, die sich besonders zum trockenen Ausbau vorzüglich eignen.

Grauburgunder
Knospenmutation aus dem Blauen Spätburgunder, bildet mit Spät- und Weißburgunder die Familie der Burgunder. Heimat ursprünglich im Burgund. Von dort Verbreitung in die Schweiz und nach Ungarn.
Weincharakter:
Sortentypisch ist ein volles Bukett. Die extrakt- und körperreichen Weine sind dank ihrer milden Säure hervorragende Essensbegleiter, die trocken oder halbtrocken ausgebaut als Grauburgunder bezeichnet werden. Die frühere Bezeichnung Ruländer verwendet man für edelsüße Prädikatsweine.

Spätburgunder
Spätburgunder zählt zu den ältesten Kulturreben der Menschen.
Heimat ist wahrscheinlich das Niltal, von dort Verbreitung nach Europa, seit dem 4. Jahrhundert nachweislich im Burgund angepflanzt. 881 nach Deutschland in die Kaiserpfalz gebracht.
Weincharakter:
Aus dem Blauen Spätburgunder werden die besten Rotweine der Welt gewonnen, die auch in Deutschland an der Spitze stehen. Die Weine sind vollmundig, körperreich, samtig, mit einem feinen, an Bittermandel erinnernden Aroma und einem feinen Gerbstoffgehalt.
Als Weißherbst: hellrot, frisch, mit etwas mehr Säure, je nach Ausbau auch rassig und vollmundig.